Ich glaube, ich bin wieder im Training.

Angeregt durch den Erfolg der letzten architektonischen Bemühungen, wurde die erste Wassermelone des Jahres ebenfalls zu einem kleinen Kunstwerk verarbeitet. Wer sagt, dass es immer Fetakäse zur Wassermelone sein muss? Der wahrscheinlich meist gepostete Salat 2010 (wer hatte ihn letztes Jahr nicht im Programm?!) ist zwar immer noch ein gern gegessener und schnell zusammengewürfelter Sommerklassiker, aber es gibt durchaus Alternativen, die aus der schnöden Wassermelone ein Maximum an Geschmack herauszukitzeln verstehen. Kaum zu glauben, dass ich das wasserhaltige Kürbisgewächs so lange verschmäht habe.

Beim ersten Durchlauf habe ich die Melone noch etwas nachlässig in Stücke (ok, es waren immerhin Dreiecke) geschnitten und mit dem restlichen „Baumaterial“ zu einem Türmchen geschichtet. Wer seinem Vitamindepot optisch mehr entlocken will, kann wie ich den Servierring zur Hand nehmen und damit runde Kreise aus der Wassermelone stanzen. Die Abschnitte wandern dann z.B. in eine Gazpacho, die man am besten gleich danach serviert. Denn so ganz allein macht das Türmchen trotz Protein-Portion natürlich nicht satt.

Im Originalrezept (s.u.) wird statt der Flusskrebse „1 Dose Krebsfleisch guter Qualität“ verwendet bzw. frisches Krebsfleisch empfohlen  – sorry, da musste ich echt passen. Krebsfleisch in der Dose ist in bayrischen Supermärkten und Feinkostläden nicht aufzutreiben. Wer beim nächsten Skandinavien-Urlaub auf Krebsfang geht und nicht weiss, wohin mit dem köstlichen Scherenfleisch, sollte unbedingt ein Melonentürmchen in Betracht ziehen. Für mich musste die unorthodoxe (und billigere, sorry) Version aus dem Kühlregal reichen (die ich zugegebenermaßen nur ganz, ganz selten kaufe). Dafür schummelte sich bei mir noch etwas Gurke dazwischen.

Wassermelonen-Avocado-Gurkentürmchen mit Flusskrebsen und scharfem Harissa-Dressing

Zutaten

  • Für das Türmchen:
    500 g Wassermelone
  • 1/2 Salatgurke
  • 1 reife, aber feste Avocado
  • 250 g Flusskrebse (oder 1 Dose „Krebsfleisch guter Qualität von ca. 200 g)
    Kräuter nach Wahl (hier waren es etwas Schnittlauch, Kerbel, Sauerampfer und Pimpinelle)
  • Für die Vinaigrette:
  • 4 EL Olivenöl
  • 2 EL Limettensaft
  • 1 TL Harissa
  • 1 Stück Ingwer, etwa 1 cm lang
  • Salz, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Zubereitung

1. Die Wassermelone von den Kernen befreien, schälen und in Spalten schneiden. Mit einem Servierring runde Kreise aus dem Fruchtfleisch stanzen. Beiseite stellen. Die Avocado halbieren, vorsichtig schälen und in dünne Spalten schneiden (sofort mit Limettensaft beträufeln). Die Gurke schälen und in dünne Scheiben schneiden.

2. Für die Vinaigrette: Das Olivenöl, den Limettensaft und die Paprikacreme mit dem Rührbesen zur Emulsion aufschlagen. Salzen und den geschälten und fein geriebenen Ingwer dazugeben (wer keine feine Microplanereibe hat, kann zur Not auch die gute alte Knoblauchpresse dazu verwenden). Je nach Geschmack noch etwas mehr Limttensaft oder Öl untermischen – ich mache das immer aus dem Handgelenk heraus und finde Mengenangaben daher etwas schwierig.
Die Avocadospalten nacheinander mit der würzigen Vinaigrette beträufeln. Das Flusskrebsfleisch zerzupfen (muss aber nicht), evtl. ein paar frische, gehackte Kräuter nach Wahl (siehe oben) unterheben.

3. Auf vier Tellern Melone(nscheiben), Avocadospalten, Gurkenscheiben und Flusskrebsfleisch im Wechsel zu Türmchen schichten. Mit der restlichen Vinaigrette beträufeln und mit den gehackten/zerzupften Kräutern bestreuen. Bis zum Servieren in den Kühlschrank stellen. Oder aber sofort verspeisen.

Zubereitungszeit:
30 Minuten

Fast wie Gropius: ★★★★★

Quelle: Die Vorspeise mit Melone, Avocado und Krebsfleisch stammt aus dem Kochbuch „Rezepte aus dem Obstgarten“ von Valérie LHomme.