2013 ist das Jahr, in dem mein Herz ein großes Stück gewachsen ist. Manchmal fühlt es sich an, als würde es sich endlich von der Trockenzeit der letzten Jahre erholen und wie Risottoreis vollsaugen. Nur eben mit Wärme und Kraft statt mit Weißwein und Brühe. Bis es so randvoll ist mit Liebe, dass es an meinen Brustkorb stößt und keinen Platz mehr für den ganzen Sorgenkäse lässt.

In solchen Momenten scheint alles licht und im Einklang miteinander und ich verstehe, warum die letzten Jahre so sein mussten, wie sie eben waren. Damals zerrte viel „Gestern“ an mir, heute ist das „Jetzt“ bedeutender. Ich rühre nicht mehr so viel in alten Dingen und ich schaue seltener in andere Töpfe und das bisschen Wehmut, das übrig bleibt, (er)tränke ich in Soulfood und Wermut.

Das funktioniert ganz wunderbar. Es geht mir so gut wie schon lange nicht mehr.

Dabei ist es nicht unbedingt dieses kleine Nest, das ich seit ein paar Monaten meinen Wohnort nenne, oder nur der neue Job, die mir meine Balance wieder zurückgeben. Es sind vor allem die Menschen, denen ich in letzter Zeit begegne, zusammen mit jenen, die ich schon länger in meinem Herzen trage, aber noch nie so nah gespürt habe. Warme Menschen, Begegnungen, die unter die Haut gehen, Momentaufnahmen, die ich in emotionalen Hungerphasen wieder hervorkramen kann: Für mich ist das Energiespender Nummer eins. Und ich lege mir gerade einen großen Vorrat davon an.

Das Schönste aber ist, dass ich noch nicht einmal groß suchen muss. Diese Begegnungen passieren einfach. Sie sprießen wie Pilze aus dem Boden.

Und jede einzelne von ihnen ist etwas ganz besonderes.

 

Steinpilz-Risotto mit Wermut

Zutaten

  • 5 Schalotten
  • 4 EL Olivenöl
  • 50 g Butter
  • 250 g Risotto-Reis
  • 2 zerstoßene Wacholderbeeren
  • Meersalz
  • 200 ml Wermut (Martini Extra Dry oder Lillet)
  • 600 ml Kalbsfond
  • 250 g Steinpilze
  • 60 g frisch geriebener Parmigiano Reggiano
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • etwas Zitronensaft
  • ½ Bund Thymian

Zubereitung

1. Die Schalotten abziehen und fein würfeln. 2 EL Öl und 25 g Butter in einem Topf erhitzen und die Schalotten darin glasig dünsten.

2. Den Reis und die Wacholderbeeren dazugeben, salzen und etwa 2 Minuten andünsten, dabei gelegentlich umrühren, bis der Reis komplett mit der Öl-Butter-Schalottenmischung überzogen und leicht glasig ist. Dann den Wermut dazugießen und so lange köcheln lassen, bis er vollständig verdunstet ist.

3. Den Kalbsfond erhitzen und nach und nach unter das Risotto rühren (die Flüssigkeit sollte ganz vom Reis aufgesogen sein, bevor der nächste Schwung Fond dazu gegossen wird). Nach etwa 20 Minuten ist der Reis gar (hängt ein bisschen von der Reissorte ab). Wichtig ist, dass die Reiskörner noch etwas Biss haben.

4. Inzwischen die Pilze mit Küchenkrepp abreiben und die Stielansätze abschneiden. Die Pilze ne nach Größe halbieren.

5. Das restliche Öl in einer gusseisernen Pfanne eritzen. Die Pilze portionsweise im sehr heißen Öl anbraten. Herausnehmen, salzen und pfeffern.

6. Den Parmigiano fein reiben. Etwa 2 EL beiseite stellen, den restlichen Parmesan sowie die Butter unter das Risotto heben und alles gut durchrühren. Mit Salz, Pfeffer und Zitronenschale abschmecken.

7. Die gebratenen Pilze unter das Risotto heben. Die abgezupften Thymianblättchen sowie den restlichen Parmesan darüberstreuen und sofort servieren.