Bei mir ist gerade der KGB zu Besuch. Kopf- und Gliederschmerzen plus Brrrr (= Schüttelfrost). Kurz nach Frühlingsanfang dachte mein Körper sich, dass er nun doch noch gerne eine Woche Ruhe von der Welt hätte und gab sich dem grippalen Infekt widerstandslos hin.

Da mag man fast so wenig essen wie AT während ihres glorreichen Fastenmarathons. Der große Unterschied liegt allerdings darin, dass Astrid trotz Nahrungsverweigerung joggt, während ich allenfalls durch meine Fieberträume galoppiere. Im Übrigen muss ich essen, um wieder zu Kräften zu kommen. Sagt Muttern.

Ich wüsste tatsächlich nicht, was ich in den letzten Tagen ohne ihre Kartoffelsuppe gemacht hätte, die sie mir in einem spontanen Ausbruch von Fürsorge in die Stadt geschippert hat. Manchmal sind es die simpelsten Dinge, die am besten schmecken. Jetzt ist der Topf leer.

Was nun?

Irgendwo in den tiefsten Tiefen des TK schlummerte – for god’s sake – noch ein wohlweislich eingefrorener Vitaminbooster für müde Winterabende. Gekocht, fotografiert, gegessen, aber ungepostet, jetzt dankbar aufgewärmt und gelöffelt. Romanesco (eine Kreuzung aus Broccoli und wildem Blumenkohl, die ihren Namen nach ihrem Züchtungsgebiet rund um Rom trägt) jetzt noch zu bekommen ist zwar ein wenig schwierig, aber nicht unmöglich, schließlich ist noch Erntezeit. Als Vorstandsvorsitzende im Anti-Blumenkohlverein muss ich mich natürlich erklären.

Warum mag ich jenen nicht, diesen hier aber schon? Vielleicht liegt es an seinem wunderschönen Äußeren (oberflächliches Stück, das ich bin), vielleicht aber auch an seinem ungleich feineren Geschmack und der außergewöhnlichen Textur.

Das Beste an der Suppe aber ist das Zusammenspiel aus samtig (Suppe&Sahne) und knusprig (Semmelbrösel) und – ganz klar – die Extradosis Muskatnuss, die kurz vor dem Verzehr über das leicht gesalzene Sahnehäubchen gehobelt wird.

Sollte ich diese Nacht wieder so seltsam träumen, werde ich es auf die Muskatnuss schieben.

Romanescoschaum-Suppe mit Limetten und gerösteten Semmelbröseln

Zutaten

  • 1 großer Romanesco-Kopf
    1 l Gemüsebrühe
  • 1/2 Bio-Limette: Saft und Schale
  • 1/4 l süße Sahne
  • etwas Fleur de Sel
  • 2 Msp. geriebene Muskatnuss
  • 1 Bund Schnittlauch
  • 100 g Semmelbrösel
  • 2 EL Butter zum Bräunen

Zubereitung

1. Den Romanesco waschen, vierteln und den Strunk entfernen. Ein paar Röschen auslösen und separat in Salzwasser bissfest kochen. Agießen und zur Seite stellen. Gemüsebrühe zum Kochen bringen, den Romanesco einlegen und weich kochen.

2. Wenn der Romanesco weich gegart ist, die Suppe sehr schaumig pürieren, mit Limettensaft, -schale und Salz abschmecken.

3. Butter in einer beschichteten Pfanne schmelzen und die Semmelbrösel darin rösten. Die Sahne steif schlagen, leicht salzen und mit der frisch geriebenen Muskatnuss würzen. Die Romanescoröschen unter die heiße Suppe heben, auf Teller verteilen. Sahnehäubchen daraufsetzen, mit den gerösteten Semmelbröseln und Schnittlauchröllchen bestreuen und sofort servieren.

Quelle: Das Rezept stammt aus dem sehr inspirierenden und schön illustrierten Buch „Suppenglück“ von Sonja Riker, die ihre SUSA-Suppenküche auf dem Elisabethmarkt in München betreibt.

Zubereitungszeit: 35 Minuten

Außergewöhnlich (gut): ★★★★☆