Der Titel dieses Rezepts ist zugegebenermaßen ein wenig irreführend. Auch wenn das Geld nie für die Befriedigung der gesamten Bedürfnispalette reicht, muss ich noch NICHT mein Geschirr essen. “Porcellana” ist das italienische Wort für Portulak – was auch mir bis gestern nicht bekannt war.

“Zucca” (Kürbis) kenne ich dagegen schon seit meiner Kindheit, in Form von Tortelli, die vor allem in der Gegend um Mantova gern mit einer süßlichen Kürbis-Amarettini-Füllung gegessen werden. Lustig fand ich als Dreikäsehoch an dieser Pasta allerdings nur den Namen (“Zucca” = “Zucker”), und auch heute noch kriege ich von diesen Tortelli di Zucca keinen Bissen herunter, da kann ich mir noch so viel braune Salbeibutter drüber schaufeln wie ich will.

Lieber koche ich mir mit dem schönen Butternut vom Markt ein leckeres Risotto mit viel Gorgonzola und Portulak. Bei derzeit 3 °C darf man ruhig schon am Winterspeck feilen.

Das Rezept für das Risotto ist eine Kombination aus Buch 1, Buch 2 und Eigenregie. Weil ich mein Essen gerne in Knallfarben hülle, hebe ich immer noch ein wenig Hokkaidokürbis-Püree unter das Risotto. Erst so wird es richtig schön orange.


Laut Kochbuchautorin Larissa Bertonasco gibt das Originalrezept der Risotteria Melotti in der Nähe von Verona an, den Kürbis separat in Gemüsebrühe zu garen und erst 5 Minuten vor Ende der Garzeit dem Reis beizufügen. Donna Leon dagegen bevorzugt angeblich die hier praktizierte Kochmethode. Ich bin zwar kein großer Leon-Fan, stimme aber geschmacklich voll und ganz mit ihr überein.

Ob die Krimiautorin allerdings Portulak über ihrem Kürbisrisotto akzeptiert hätte, ist fraglich.

Kürbisrisotto mit Gorgonzola und Portulak

Zutaten
Für 4-6 Personen:

  • 400 g Kürbisfleisch (Hokkaido, Butternut oder was sonst so im Haus ist)
    300 g Risottoreis (Carnaroli oder Arborio)
    2 Schalotten
    1 Knoblauchzehe
    3 EL Olivenöl
    50 g Butter
    100 ml Weißwein
    ca. 1,5 l heiße Hühner- oder Gemüsebrühe
    150 ml Weißwein
    100 g Gorgonzola
    Salz, Pfeffer
    3 große Blätter Salbei (oder dementsprechend viele kleine)
    1 Bündel frischer Portulak

Zubereitung

1. Kürbis wenn nötig schälen, Kürbisfleisch in kleine Würfel schneiden. Schalotte und Knoblauch fein hacken. Salbeiblätter waschen und zum Trocknen auf Küchenkrepp legen. Fein hacken.

2. Butter und Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und Knoblauch und Schalotten einige Minuten darin dünsten. Den Großteil des Kürbisfleisches dazugeben, mit Weißwein ablöschen und zugedeckt gabelzart garen.
Für das Püree in einem separaten Topf den restlichen Kürbis gar kochen, dann zu einem Mus pürieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

3. Den Reis einrühren und alles nach und nach mit kleinen Portionen Gemüsebrühe auffüllen, so dass der Reis immer wieder mit Flüssigkeit bedeckt wird. Aber nicht ständig drin herumrühren (wie’s in vielen Rezepten steht)!! Lieber ab und zu mal gucken und sonst in Ruhe köcheln lassen. Der Reis sollte bissfest aber immer noch feucht sein. Kurz vor Ende der Garzeit das Kürbismus und den gehackten Salbei unterheben.

4. Vom Herd nehmen und den Gorgonzola unterrühren. Den Risotto in tiefe Teller geben, mit Portulak bestreuen und sofort servieren.

Zubereitungszeit: ca. 45 Minuten (suma summarum)

Geht immer, schmeckt toll: ★★★★☆