Es müsste hier, zuallererst, jetzt wohl ein mit Bedacht formulierter Comeback-Text stehen. Ein kleines „Pardon“ für die lange Sendepause, oder, besser noch, ein hübscher Erklärungsansatz, zu dem ich mich wortreich aufschwinge. Der mein Fortbleiben und die Stille hier auf dem Blog zu rechtfertigen versucht. Und dann in einem Rutsch die Erlebnisse, Gedanken und Gerichte der letzten Monate in sinnvoll verdichteter Form zusammenfasst. Ich habe es ziemlich oft probiert, in Abendstunden, an Sonntagvormittagen, in den seltenen Momenten der Ruhe, mich bemüht, die Rückkehr so lässig wie möglich zu gestalten und mir nicht den Kopf über jedes einzelne Wort zu zerbrechen. Überhaupt: Die Worte wieder zu finden. Aber sie wollten sich einfach nicht richtig anfühlen, Woche für Woche, Monat für Monat, vom Herbst über den Winter bis in den Frühling hinein. Und jetzt ist es Juni. Wenn ich es heute schaffe, diese alte Möhre von Blog endlich wiederzubeleben und auf den „Veröffentlichen“-Knopf zu drücken, werde ich mir ein Glas Wein einschenken und mir selbst zuprosten.

Die Sache ist ganz einfach nicht so einfach. Wo soll man anfangen, wenn man selbst den Faden verloren hat und verzweifelt nach der Masche sucht, die einem irgendwann von der Lebensnadel gerutscht ist? Ohnehin wäre es wahrscheinlich nicht besonders dienlich, nach einem akribisch durchkalkulierten Plan roboterhaft seelenlose Gedankenknäuel mit nachgekochten Rezepten auszuspucken und den eigenen Mangel an (Blog-) Appetit unter den Esstisch zu kehren, während man im echten, im wahren Leben ganz andere Dinge um die Ohren hat. Ich bin ein Bauchmensch mit Kopfnote und für diesen Blog, für diese Leidenschaft, bin ich manchmal bis spät in die Nacht vor dem Laptop sitzen geblieben oder habe mich morgens um 6 Uhr an den Herd gestellt. Aber als ich Ende September gemerkt habe, dass die Wolle ausgegangen ist, habe ich die Nadeln einfach beiseite gelegt und keine neue Wolle mehr gekauft.

Ich musste der Kreativität eine Pause gönnen und wieder Kraft tanken, damit irgendwann neue Muster und neue Möhren entstehen können.

 

Inzwischen habe ich ein paar alte Pullis aufgeribbelt und daraus passendere gestrickt, kleinere und auch größere Löcher gestopft und falsch gefädelte Bänder neu geflochten. Es ist einiges passiert, während ich offline war: Nicht nur, aber auch Gutes, vor allem viel Neues und Aufregendes, das ich jetzt gern mit euch teilen möchte. Vielleicht wird dies nicht chronologisch passieren, mit Sicherheit ohne Anspruch auf Vollständigkeit und garantiert nicht viermal die Woche. Aber Himmel, ja, es ist Zeit, wieder ein bisschen aus dem Nähkästchen zu plaudern und den Topfdeckel zu lüften.

Voilà. Salut. Guten Appetit!

 

Karotten/Möhren mit Orangendressing und Cranberries

Zutaten

  • ca. 500 g Bundmöhren
  • 20 g Butter, ½ EL Zucker
  • 200 ml Geflügelfond
  • gutes Salz, frisch gemahlener Pfeffer
  • Für das Dressing:
  • 4 EL Orangensaft, wenn möglich frisch gepresst
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 TL Akazienhonig
  • 1 TL Dijonsenf mit Honig
  • 1 Knoblauchzehe (optional)
  • Salz, Pfefferaußerdem:
    • 1 Handvoll getrocknete Cranberries
    • Sprossen oder Kresse zum Garnieren
  • ½ TL gemahlener Kreuzkümmel
  • ½ TL gemahlener Schwarzkümmel
  • je 1 Prise Zimt und Muskatblüte (Macis)

Zubereitung

1. Die Möhren waschen, schälen und in Scheiben schneiden. Ich würde sagen ca. 0,5 cm Dicke, man kann diese aber auch eigenständig und nach Gusto wählen, unter Berücksichtigung des besonderen Kochverhaltens durchschnittlicher Möhren also, will heißen: nicht zu dick und nicht zu dünn.

2. Für das Dressing den Orangensaft mit Senf und Honig in einer kleinen Schüssel verquirlen und das Öl langsam unterschlagen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und beiseite stellen.

3. Butter und Zucker in einem großen flachen Topf erhitzen. Die Möhren zugeben und ca. 2 Minuten unter Rühren andünsten. Mit Geflügelfond ablöschen und zugedeckt bei mittlerer Hitze ca. 10-12 min. gar dünsten (wenn die Flüssigkeit nicht reicht, ggfs. etwas Wasser hinzufügen).

4. Die Möhren aus dem Sud nehmen und etwas abkühlen lassen. Eine große Schüssel mit der Knoblauchzehe ausreiben und die noch lauwarmen Möhren hineingeben. Die Cranberries sowie die Gewürze untermischen, alles mit dem Orangendressing begießen und das Gemüse ca. 30 Minuten in der Marinade ziehen lassen.

5. Die Möhren aus der Marinade nehmen (diese unbedingt aufheben und weiterverwenden), auf Teller oder Schüsseln verteilen und mit Sprossen oder Kresse bestreuen.

Schmeckt frisch und fruchtig zu würzigen Fleischspießen, orientalisch zubereiteten Fischkebaps/Doraden vom Grill oder zu selbst gemachtem Labneh. Wie das geht, erzähl ich euch … bald!

Ich verspreche, es sind: ★★★★★ Sterne!