Es gibt in der Foodbloggerszene so einige Rezepte, die ihre Kreise gezogen haben. Ich denke da zum Beispiel an die 15-Minuten-Gnocchi von Nicole Stich, die Kalbsbäckchenergüsse von Astrid Paul aka Arthurs Tochter oder die Orecchiette e Broccoli vom gar nicht so anonymen Koch Claudio del Principe. Schwer legendär sind auch diese Mandarinenküchlein, die den Weg von Nigella Lawson über Deb Perelman von Smitten Kitten über Blogpostrekordhalterin Zorra in Arianes Diplomarbeitsprojekt Kulinarische Momentaufnahmen geschafft haben – und damit letzten Endes auch zu mir. Dabei mag ich eigentlich gar keine Muffins. Aber ich mag Nigella. Smitten Kitten. Zorra. Und Ariane.
Von allen weiß ich: Sie haben Geschmack. 

 

 

Manchmal braucht es trotzdem eines kleinen Schubsers aus der Hüfte des Schicksals, um die Dinge ins Rollen zu bringen. Wäre ich Ariane im April letzten Jahres nicht beim Neff-Event in Bozen über den Weg gelaufen, wären mir diese saftigen Zitrusfruchtküchlein wahrscheinlich durch die Lappen gegangen. Aber die Chemie stimmte einfach, nicht nur beim Spargelstechen und -verzehr, sondern auch in Sachen Kultur, Konzerte und Kulinarik. Und so besuchte ich Ariane in Berlin, mal zum Eis-, mal zum Musik genießen, wir trafen uns beim Kulinarischen Jakobsweg in Ischgl und im Mai lud sie mich zur Release-Veranstaltung ihrer App ein.

Da stand ich also, inmitten der großen (und verdammt netten) Foodblogger der ersten Stunde, die Besten der Besten, the hungry and famous, und mittendrin auch die hier, hübsch herausgeputzt mit Puderzucker, Zabaione und Balsamico-Erdbeeren:

Die legendären Mandarinenküchlein, dezent mit der von Zitronenspezialistin Katharina Seiser mitgebrachten Buddhas Hand auf gustatorischen Hochglanz gepimpt.

 


Herr im Himmel, es war die ganz große Liebe, und wenn ich nicht schon diverse Vor-, Zwischen- und Hauptspeisen aus dem vereinigten Fundus der Foodbloggerwelt verzehrt hätte, wäre es sicherlich nicht bei dem einen geblieben.

 

Jetzt kommt die Vorspultaste. Play.

Wir haben Anfang Februar. Mehrere Küchleinproduktionen meinerseits sowie einige Monate beiderseits später ist aus Arianes Diplomarbeit nicht nur eine ziemlich coole App, sondern auch ein fantastisch schönes Buch entstanden, das irgendwann einmal als Fibel der Foodblogosphäre gelten wird. Ich bin irre stolz auf meine Freundin, die gerade richtig durch die Decke geht – so was von verdientermaßen!

So lässig-professionell, wie Ariane inzwischen von Preisverleihung zu Buchpräsentation zu Radiosendung hüpft, war sie im Frühsommer letzten Jahres noch nicht, als wir zusammen in Berlin Mitte in meinem Lieblingslokal saßen und uns durch den Prototypen der App klickten, ein bisschen aufgeregt, ob alles klappen würde, ein bisschen in Feierlaune, weil das doch ein ganz schönes Mammutprojekt war.

Und da sind sie wieder: Die Mandarinenküchlein. Klarer Fall von Schicksals-Hulla-Hupp.

 


Was besonders schön ist: Jedes Mal, wenn ich ein paar Mandarinen ins kochende Wasser lege und den Teig anmische, denke ich an diesen wunderbar entspannten, schwerelosen und inspirierenden Sonntag in Hamburg, an dem wir Sebastian Dickhauts Popcornsuppe mit Garnelen schlürften, in Chef Hansens hausgemachter Lamm-Bratwurst samt Stevan Pauls cremiger Polenta versanken – und am Ende die übrig gebliebenen Mandarinenküchlein mit nach Hause nehmen durften.

Was folgt, ist eine kleine Bilderschau der schönsten Momentaufnahmen – kulinarische wie optische:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

    

 

 

 

 

 

 

 

 Diese beiden hier mag ich übrigens besonders gern! (liebe Heike, ich denke beim Mandarinenküchlein backen jetzt immer auch an deine lieben Worte. Danke und cheers!)

 

 

Last but not least: Das Rezept. Hier isses. Yeah!

 

 

Mandarinenküchlein mit karamellisierten Pecannüssen

 

 

Zutaten:

2 Bio-Mandarinen (etwa 220 g)
4 Eier (Größe M)
150 g Zucker
1 TL Vamillezucker
1 gestrichener TL Backpulver
170 g gemahlene Mandeln
3 EL Pecannusshälften
2 EL Honig
Muffin- oder Souffléförmchen

 

Zubereitung:

1. Die Mandarinen 1-2 Stunden lang (je nach Reifegrad) in einem Topf weich kochen. Abgießen und auskühlen lassen. Die gekochten Früchte halbieren und ggfs. die Kerne entfernen. Mit dem Stabmixer zu einem Püree verarbeiten, falls nötig durch ein feines Sieb streichen.

2. Den Backofen auf 180°C vorheizen und die Förmchen ausbuttern. Die Eier mit dem Handrührer oder in der Küchenmaschine schaumig rühren und nacheinander Zucker, Mandeln, Vanillezucker und Backpulver zugeben. Alles gut miteinander vermischen, dann die pürierten Mandarinen unterrühren.

3. Den fertigen Teig (er ist leicht flüssig) in die vorbereiteten Förmchen gießen und ca. 45-60 Minuten backen. Die letzten 20-30 Minuten mit Alufolie abdecken, damit die Küchlein an der Oberfläche nicht zu braun werden.

4. Die Pecannüsse mit dem Honig vermischen und im Backofen ca. 5-8 Minuten karamellisieren lassen. Herausnehmen und abkühlen lassen.

5. Die Küchlein aus dem Backofen nehmen und auf einem Gitter in der Form auskühlen lassen. Vorsichtig mit einem Messer vom Rand lösen und aus den Förmchen holen. Mit Puderzucker bestäuben und mit den karamellisierten Pecannüssen servieren.

 

Originalrezept: Deb Perelman (Smittenkitchen.com)/ Nigella Lawson