Es gibt Tage, an denen ich mir wünsche, ich wäre etwas anspruchsloser, was die tägliche Nahrungsaufnahme betrifft. Dann verlasse ich das Haus ohne Jutebeutel und Tupperbox, kaufe mir auf dem Weg zur Arbeit beim Hofpfister ein gutes Brot, schmiere zwischen Text 1 und Text 2 Salzbutter und Schnittlauch drauf und bastle mir irgendeinen schnellen Salat dazu.

Das ist meistens ganz befriedigend okay und allemal besser als Rosenkohl in Bechamel mit Schlemmerfilet aus der Du darfst-Plastikschale – mal abgesehen davon, dass ich das niemals essen würde und so wohl auch kaum zu anderem als einer ausgedehnten Siesta in der Lage wäre.

Wie gesagt, das geht. Einige. Zeit. lang. gut.

Dann kommen sie allerdings, mit absoluter Sicherheit. Ich spreche von den Tagen, an denen mir der schlappe Supermarktsalat zum Hals raushängt, Brot so viel Attraktivitätspotential besitzt wie meine Steuererklärung und die Aussicht auf die x-te Portion Ziegenkäse mit Schlagmichtot absolut kein Motivator für den bevorstehenden Tag ist.

Das sind dann die Tage, an denen ich mir den Wecker eine Stunde früher als gewöhnlich stelle, mit verquollenen Augen den Gasherd anschmeisse und mit sehr, sehr langsamen Bewegungen Gemüse zu putzen beginne.

Im Übrigen sind das auch die Tage, an denen ich mir zwischendurch wünsche, ich wäre etwas anspruchsloser … (siehe oben).

Was tut man nicht alles für ein ordentliches Mittagessen!

Clever ist natürlich, wer sich schon am Abend vorher um sein leibliches Wohl sorgt oder – oberschlau – die Reste vom Feste mit ins Büro nimmt. Wer’s frisch mag, fährt gut mit dem Prinzip „free & easy“. Bei dem Linsensalat z.B. hält sich der Arbeitsaufwand tatsächlich in Grenzen. Gut eingedeckelt, hält er locker zwei stressigen Arbeitstagen stand.
Noch frischer bleibt er natürlich, wenn man das Dressing separat mitnimmt und zusammen mit den vor Ort geschnittenen Apfelspalten, der Advocado und der Minze kurz vor der Lunchpause untermischt.

So mag ich das!

Wenn mir dann auch noch die Zeit bleibt, das Produkt meiner wahlweise feierabendlichen/ frühmorgendlichen Bemühungen in Ruhe zu verputzen, kann mich eigentlich nicht mehr viel umhauen.

Was ein gutes Mittagessen so alles mit einem anstellt!

Avocado-Apfel-Salat mit grünen Linsen, Chili und Minze

Zutaten

  • 1-2 Bio-Limetten
  • 1 kleine Zwiebel
  • 2 Gewürznelken
  • 150 g Belugalinsen
  • 1 Lorbeerblatt
  • Salz
  • 1 EL Dijonsenf
  • 1 EL Akazienhonig
  • grüner Pfeffer aus der Mühle
  • 4 EL Olivenöl
  • 2 kleine Avocados
  • 2 säuerliche Äpfel
  • 1-2 grüne Chilischoten
  • 1/2 Bund Minze

Zubereitung

1. Eine Bio-Limette heiß waschen und abtrocknen, die Schale spiralförmig ohne das Weiße abschälen. Den Saft auspressen. Die Zwiebel schälen und mit den beiden Gewürznelken spicken.

2. Die Linsen mit der Zwiebel, der Limettenschale und dem Lorbeerblatt mit Wasser in einen Topf geben. Das Wasser aufkochen und die Linsen zugedeckt bei schwacher Hitze ca. 45 Minuten zugedeckt garen. Abgießen, Lorbeerblatt, Limettenschale und Zwiebel entfernen. Die Linsen salzen und abkühlen lassen.

3. Inzwischen den Senf mit Honig, Pfeffer und Salz verrühren. 2 EL Limettensaft zugeben, dann nach und nach das Öl unterschlagen. Die Avocado schälen, halbieren und entkernen. Das Fruchtfleisch würfeln und sofort mit der Vinaigrette mischen. Die Äpfel schälen, vierteln, vom Kerngehäuse befreien und in dünne Scheiben schneiden. Sofort unter den Salat mischen. Die Chilischoten halbieren, entkernen, waschen und fein würfeln. Mit den abgekühlten Linsen unter den Salat heben. Eventuell mit etwas Limettensaft nachwürzen.

4. Die Minze abbrausen und trocken schütteln. Einige kleine Blätter ganz lassen, den Rest hacken und unter den Salat mischen. Den Salat mit den Minzeblättchen garnieren und: Genießen!

Zubereitungszeit: 35 Minuten (plus 45 Minuten Garzeit)

Vegan genial: ★★★★★

Quelle: Vegetarisch vom Feinsten (über das ich jetzt endlich mal was schreiben muss!)