Bananentarte?

Aber da ist doch auch Mango drauf, werdet ihr jetzt Einspruch erheben. Ihr habt auch vollkommen recht. Dass an der „Feinen Bananentarte mit Limetten“ aus dem wunderbaren Kochbuch von Valérie L’Homme fruchttechnisch herumgebastelt wurde, lag allerdings einzig und allein an dem Umstand, dass ich nicht genug Bananen im Haus hatte. Eigentlich habe ich ja nie Bananen im Haus, weil Bananen bei mir mit 100-prozentiger Sicherheit schneller braun werden als ich gucken kann. Höchstens die kleinen kaufe ich gelegentlich, die Baby-Version. Dass gerade diese niedlichen Dinger besonders schnell den Reifegrad überschreiten, ist ein Problem, dass leicht gelöst werden kann. Stichwort: Verwertungsrezepte.

Leider musste ich mitten im Prozess des Belegens feststellen, dass Mini-Bananen auch Mini-Tarte hätte bedeuten müssen. Die Mengenangaben auf eine kleine Form runterzubrechen, wäre allerdings nur der halbe Spaß gewesen, und so kam spontan die Mango auf den Plan. Mangos habe ich eigentlich immer im Haus.


Der eigentliche Reiz dieser Tarte liegt übrigens weniger in der Wahl des Obstes als vielmehr in der unkomplizierten Handhabung des Teigs begründet: Kein Blindbacken, keine Kühlzeit, kein kompliziertes Hantieren mit Klarsichtfolie. Ein Rezept also, das auch für Backlegastheniker wie mich bestens geeignet ist.

Und tatsächlich wird die Tarte traumhaft mürbe und wunderbar knusprig. Wahrscheinlich liegt es am eher spärlichen Belag. Man sollte daher bei der Wahl der passenden Begleitung nicht geizen. Ob Vanilleeis, Crème fraîche oder griechicher Joghurt mit Ahornsirup: Die Tarte verträgt einen sahnig-kühlen Kompagnon.

Das schnelle Finish aus Vanillehonig, verührt mit Limettensaft, ist Marke Eigenbau und macht auch pur böse süchtig.

Fazit: Ich sollte öfter mal halbe Sachen machen!

Feine Bananentarte mit Limette und Vanillehonig

Zutaten

  • Für den Belag:
    2 unbehandelte Limetten
    1 Packung Baby-Bananen
    1 halbe Mango (gute Qualität)
  • 100 g Rohrohrzucker
  • 1 TL gemahlener Zimt
  • 2 EL weißer Rum
  • 20 g Butter
  • Für den Teig:
    1 Vanilleschote
  • 200 g Mehl
  • 50 g Rohrohrzucker
  • 1 Prise Salz
  • 100 g gesalzene Butter
  • Für das Finish:
    2 EL Vanillehonig (s.u.)
    etwas Limettensaft

Zubereitung

1. Die Limetten unter fließendem Wasser abbürsten. Von einer Limette die Schale mit einem Zestenreißer abziehen oder mit der Mikroplane-Reibe dünn abreiben. Beide Früchte auspressen. Die Bananen schälen, in Scheiben schneiden und in eine Schale geben. Mango schälen, vom Stein schneiden und in Spalten schneiden. Beide Früchte in separate Schüsseln geben. Jeweils mit dem Zucker und dem Zimt bestreuen, mit dem Limettensaft und dem Rum beträufeln und die Limettenschale darauf verteilen. Mit Frischhaltefolie abdecken und beiseite stellen.

2. Den Backofen auf 210 °C vorheizen.

3. Für den Teig die Vanilleschote längs aufschlitzen und auskratzen. Das Mark mit dem Mehl, dem Zucker und dem Salz vermengen. Die kalte, in kleine Stücke geschnittene Butter hinzufügen und den Teig rasch mit den Fingern verkneten. 30 ml kaltes Wasser dazu geben und den Teig zu einer Kugel formen. Ein- bis zweimal mit dem Handballen durchwalken. Auf der bemehlten Arbeitsfläche in der Größe einer Tarteform ausrollen.

4. Eine Tarteform mit dem Teig auskleiden, die aromatisierten Bananen- und Mangoscheiben darauf verteilen, mit der Flüssigkeit aus der Schüssel überziehen. Zuletzt mit der in Flöckchen geschnittenen Salzbutter belegen und 30-40 Minuten backen, bis die Bananen goldbraun sind.

Tipp: Ich habe nach dem Herausnehmen und Abkühlen noch etwas Vanillehonig, verrührt mit Limettensaft, über die Tarte gepinselt. Den Vanillehonig kann man entweder im Bio-Laden kaufen oder aber man gibt das herausgekratzte Mark von 2 Vanilleschoten in ein 200 ml-Glas Akazienhonig und lässt diesen ca. 4 Wochen lang stehen.

Die Tarte schmeckt lauwarm mit einer Kugel Eis oder Ahornsirup-Crème fraîche oder kalt zum (leicht dekadenten) Frühstück.

Quelle: Valérie Lhomme, Rezepte aus dem Obstgarten. 130 kreative Rezepte süß und salzig.

Zubereitungszeit: 30 Minuten (plus 30-40 Minuten Backzeit)

Himmlische Resteverwertung: ★★★★★