Verregnete Wochenenden sind ein wahrer Segen!

Endlich kann man sich um all die liegen gebliebenen Dinge kümmern, für die man sonst keine Zeit hat, weil doch jetzt Sommer ist und Sommer sein muss und das Verbleiben in den eigenen vier Wänden mit blasser Haut und Ausschluss aus dem sozialen Gefüge geahndet wird.
Bei Regenwetter dagegen lebt man wie unter einer Glasglocke. Die Zeit steht still. Der Terminkalender löst sich in Nichts auf. Eine innere Ruhe macht sich breit. Das Leben ist ein Wattebausch.

Unzählige ungelesene Zeitschriften müssen nun endlich nicht mehr ihr sinnfreies Leben bedauern, im Flur hängt endlich (endlich!) das grüne Kästchen vom Flohmarkt, der mannshohe Wäscheberg nahm ein jähes Ende in der Wäschetrommel und, ach, wo war nur das schlechte Gewissen, als wir am Samstag Abend einfach nur faul auf der Couch rumhingen und kurz vor Filmende in wohligen Dämmerschlaf verfielen?

In der Glückseligkeit dieses luftleeren, zeitentrissenen Raums entstand nicht nur ein kleines Serotonindepot, sondern auch diese wärmende, angenehm scharfe und sehr aromatische Curry-Suppe, die ich nun für immer und ewig mit rauschendem Regen in Verbindung bringen werde.

Dabei – ich bin mir sicher – schmeckt sie auch ganz fantastisch an einem lauen Sommerabend in großer Runde.

Frisches Green Curry mit Bohnen, Zuckerschoten und Belugalinsen

Zutaten

  • 250 g Belugalinsen
    1 Lorbeerblatt
    2 Kaffirlimettenblätter
    1 Bund Frühlingszwiebeln
  • 1-2 Knoblauchzehen
  • 30 g Ingwer (oder 50 g Galgant)
  • 200 g Keniabohnen
  • 100 g Thaispargel
  • 1 kleiner Zucchino
  • 100 g Zuckererbsen
  • 1 Bund Koriandergrün
  • 2 EL Erdnuss- oder Rapsöl (oder Sesamöl)
  • 2 EL grüne Currypaste (ich habe auf die sagenhaft aromatische Herbaria-Gewürzmischung „ Mild Wild Green Curry “ zurückgegriffen)
  • 500 ml Gemüsebrühe
  • 1/4 l Kokosmilch
  • Salz, grüner Pfeffer

Zubereitung

1. Die Linsen abbrausen und mit dem Lorbeerblatt und den Kaffirlimettenblättern in reichlich Wasser nach Packungsanweisung ca. 25-30 Minuten garen.

2. Die Bohnen putzen, abbrausen und zusammen mit den Zuckererbsen kurz blanchieren (für ca. 2 Minuten in kochendes Wasser geben und dann kalt abschrecken. Ist etwas unkomplizierter als die im O-Rezept angegebene Methode, das Gemüse in einem Dämpfeinsatz zu dämpfen). Bohnen in kleine Stücke schneiden, Zuckererbsen im Ganzen lassen oder halbieren.

3. Die Frühlingszwiebeln waschen, putzen, das Weiße hacken und das Grüne in schmale Ringe schneiden. Knoblauch schälen und fein hacken. Ingwer schälen und reiben. Zucchini waschen, putzen und in kleine Würfel schneiden (à 5 mm). Koriandergrün abbrausen und trocken schleudern, die Blättchen abzupfen und beiseitestellen, die Stiele fein hacken.

4. Das Öl in einem schweren Wok erhitzen. Zwiebelweiß und Ingwer unter Rühren anbraten. Knoblauch und Korianderstiele 30 Sek. mitbraten. Die Currypaste (oder das Pulver) zugeben und unter Rühren anrösten. Jetzt die Zucchiniwürfel zugeben und unter ständigem Rühren 1-2 Min. mitbraten. Dann mit Brühe ablöschen. Bohnen und Zuckererbsen jetzt erst zugeben (sonst werden sie matschig), den filigranen Thaispargel erst ganz zum Schluss.

5. Wenn das Gemüse gar aber noch knackig ist (nach ca. 2-3 Minuten), die Kokosmilch einrühren. Das Curry jetzt nur noch erwärmen, nicht mehr kochen lassen.

6. Die Linsen abgießen, Lorbeerblatt und Limettenblätter entfernen. Linsen salzen und unter das Curry mischen, kurz durchziehen lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit den frischen Korianderblättchen bestreuen.

Zubereitungszeit: 50 Minuten

Gemüseküche deluxe: ★★★★★