Ich habe es tatsächlich vergessen! Komplett unter den Tisch gerutscht ist es. Kein Merkzettel, kein Countdown, kein Post in petto. Dabei habe ich doch heute

BLOG-GEBURTSTAG!

Wie konnte das passieren?!

Die Sache ist schnell erklärt. In der cucina piccina häufen sich mal wieder die Katastrophen. Das ist nichts Neues, aber diesmal war es dann doch ein bisschen viel auf einmal. Ich fange mit dem Bänderriss an. Dann der Laptop (halbtot). Und das Auto (ganz tot! mausetot!). Es folgen eine Bindehautentzündung und – eine Lappalie – erhöhte Temperatur mit aufkochender Erkältung. Irgendwas läuft schief.

Gegen 17 Uhr hatte die Freundin des Guten Geschmacks ein Einsehen mit meinem eingerosteten „Hirnkasterl“ und schickte mir eine Erinnerung samt Glückwünschen. Wie geht der Spruch doch gleich? „Was man nicht im Kopf hat, muss man sich von anderen sagen lassen?“ *kopfschüttel*

Vielleicht ist es aber auch ein gutes Zeichen – damit meine ich nicht meine vorgezogene Demenz oder gar die Vorfälle der letzten Woche, sondern das Glück, so aufmerksame Leser zu haben. Und wenn ich es mir recht überlege, waren die letzten 12 Monate – mal abgesehen von kleineren und größeren Kraftakten – gar nicht so übel. Drei (tolle) Städte in einem Jahr, zwei Praktika, ein Hochschulabschluss, ein Berufseinstieg, neue Freunde, neue Kontakte, neue Restaurantentdeckungen, vielleicht irgendwann ein eigenes…? okok, ich übertreibe, aber vielleicht demnächst eine Art Supper Club?!

Eines ist sicher: Es wird turbulent bleiben. Aber das macht nichts, solange die Speisekarte stimmt.

Diese pikante Pannacotta – samtig, mit sanfter Schärfe und erfrischender Kühle –  ist auf jeden Fall ein absoluter Volltreffer, mit dem man jeden noch so kritischen Meerrettich-Verächter in die Knie zwingen kann. Und vielleicht auch die ein oder andere Erkältung.

Meerrettich-Buttermilch-Pannacotta mit Apfel-Speck-Vinaigrette und Vogerlsalat

Zutaten

  • Gelee:
    4 Blatt weiße Gelatine
    25 g frischer Meerrettich
    250 ml Buttermilch
    150 ml Schlagsahne, Salz
    Blütenpfeffer (nach Belieben)

    Vinaigrette:
    4 EL Chardonnay-Essig (bei mir war es simpler Balsamico Bianco)
    Salz, Pfeffer
    6 EL Olivenöl
    50 g Südtiroler Bauernspeck (in 2 mm dünnen Scheiben; man kann aber auch Speckwürfel nehmen)
    1/2 rotschaliger Apfel (Elstar, Boskop, etc.)
    50 g Vogerlsalat (außerhalb des süddeutschen Raumes auch bekannt als Feldsalat)
    1 kleines Stück frischer Meerrettich (ca. 50 g) zum Garnieren

Zubereitung

1. Für die Pannacotta die Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Meerrettich schälen und fein (fein!) reiben. Meerrettich, Buttermilch und 100 ml Schlagsahne verrühren.

2. Die restlichen 50 ml Schlagsahne in einem kleinen Topf erwärmen. Von der Kochstelle nehmen. Die Gelatine ausdrücken und unter Rühren in der warmen (nicht zu heißen) Sahne auflösen. Die Gelatine-Sahne-Mischung nun unter die Meerrettich-Buttermilch rühren. Kräftig salzen. In 4 Förmchen füllen, mit dem Blütenpfeffer bestreuen und abgedeckt mindestens 4 Stunden (oder über Nacht) kalt stellen.

3. Vor dem Servieren die Vinaigrette zubereiten. Dazu den Essig mit 2 EL Wasser, Salz, Pfeffer und Öl verrühren (das Öl zuletzt unterheben). Bauernspeck in 2 mm feine Würfel schneiden. Kerngehäuse aus dem Apfel schneiden und den Apfel in 2 mm kleine Würfel schneiden. Speck- und Apfelwürfel unter die Vinaigrette mischen. (Ich habe den Speck erst ganz zum Schluss untergehoben, da er sonst für meinen Geschmack zu labbrig geworden wäre).

4. Den Feldsalat waschen (gut waschen! Vorsicht Sandalarm) und trocken schleudern. Die Förmchen kurz in heißes Wasser tauchen. Das Gelee mit einem Messer vom Rand lösen und auf Teller stürzen. Mit dem Salat und der Vinaigrette anrichten.

5. Für’s Auge: Das restliche Stück Meerrettich schälen und fein reiben oder aber mit dem Messerrücken dünne Späne abhobeln. Die Meerrettich-Pannacotta damit garnieren und sofort servieren.

Quelle: Das Rezept stammt aus einer alten ESSEN & TRINKEN, Datum leider nicht mehr entzifferbar.

Zubereitungszeit: 25 Minuten plus 4 Stunden Kühlzeit

Was für ein Knaller!: ★★★★★