….wurde natürlich ordentlich zelebriert. Schließlich werde ich in meiner neuen Stadt nicht so schnell an frische Krabben kommen, und in Marokko gepulte Krabben kaufe ich höchst ungern. Und so hieß es vorletzte Woche mitten im Umzugs- und Planungschaos noch mal Ärmel hoch und ran an die Tierchen.

Das Rätsel, wohin es mich diesmal gezogen hat, wird übrigens erst beim nächsten Türchen respektive Post gelöst. Diesmal lasse ich mir auch nicht mehr ganz so viel Zeit, versprochen.

Wie man Krabben richtig pult, habe ich mir beim Hamburger Foodbloggertreffen von Steph und Nata zeigen lassen. Nicht, dass ich davor noch nie Meeresgetier aus dem Panzer geschält hätte, aber bei Gamberoni oder Shrimps ist das ob der ungleich größeren Konstitution kein wirkliches Problem. Sobald sich das Objekt der Begierde allerdings im mikroskopischen Bereich bewegt, ist nicht nur Feinmotorik, sondern vor allem die richtige Technik gefragt.

Idealfall: Schwanz (also das letzte Drittel) abknipsen, erst ruckeln, dann vorsichtig ziehen. Richtig gemacht kommt die Krabbe im Ganzen raus.

Meistens der Fall: Man knipst (das klappt), ruckelt (sieht gut aus), zieht (jaaaaaaaa…..) – und dann reisst det Dingens.

Die Rettung ist dann nur noch der Kaiserschnitt. Also den Panzer von der Bauchseite her aufbrechen, pulen, ganz ganz vorsichtig ruckeln, rumpfrimeln, bis sich das Krabbenfleisch irgendwann doch noch löst.

Zurückhaltung fällt schwer, ist aber oberstes Gebot, sonst bleibt nichts mehr für das Kartoffel-Lauch-Süppchen übrig. Die ersten Krabben gehören trotzdem auf’s Brot, mit dick Butter und grobem Salz. So macht Abschied Spaß!!


Lauch-Kartoffelsüppchen mit frischen Nordseekrabben

Zutaten

  • Für die Gemüsebrühe:
    2 EL Öl, 1 Zwiebel,
    Wurzelgemüse: z.B. 150 g Lauch, 2 Möhren, 1 Petersilienwurzel, 1/2 Stange Sellerie, etwas frische Petersilie

    Für die Suppe:
    2 Stangen Lauch
    1 Zwiebel
    5 kleine Kartoffeln
    1 EL Butter
    Gemüsebrühe (s.o.)
    1 Schluck Pernot
    1/2 Becher Sahne

  • Für die Einlage:
    250 g Nordseekrabben
    frischer Basilikum oder Estragon oder Schnittlauch

Zubereitung

1. Start: Die Gemüsebrühe aufsetzen. Dazu das Gemüse putzen und klein schneiden. Das Öl in einem weiten Topf erhitzen und das Gemüse darin leicht andünsten. Mit ca. 1,5 l Wasser aufgießen. Eine gute Stunde köcheln lassen. Abseihen.

2. Ein Glas Weißwein einschenken. Krabben pulen.

3. Nach 10 Minuten: Krabben pulen.

4. Nach 15 Minuten: Krabben pulen.

5. Den Lauch waschen, putzen und in Ringe schneiden. Die Zwiebel schälen und fein hacken. Die Kartoffeln schälen und in Würfel schneiden. In einem Topf die Butter schmelzen lassen und die Zwiebelwürfel kurz andünsten. Lauch und Kartoffeln zugeben und ebenfalls andünsten. Mit Gemüsebrühe/Fond ablöschen und für ca. 15 Minuten köcheln lassen.

6. Währenddessen: Krabben pulen.

7. Suppe pürieren, Sahne unterheben und alles aufmixen. Mit Salz, Pfeffer und Pernot abschmecken. Kräuter waschen und nach Gusto klein hacken.

8. Wenn alle Krabben gepult sind, die Suppe in Schälchen oder tiefe Teller geben und mit den Krabben servieren. Dazu: Baguette und Salzbutter.

Zubereitungszeit: 30 Minuten (plus Pulzeit!! Und: die Kochzeit für die Gemüsebrühe nicht eingerechnet.)

Geht leicht, dauert aber: 4 Sterne: ★★★★☆