Darf man diesen Traum aus bunten Pflaumen, Mozzarella, Rosmarin und Parmaschinken tatsächlich Pizza nennen? Nun, zumindest steht es so in meinem neuen Kochbuch „Wild Kochen“, an dem ich mich gar nicht satt sehen kann. Und auch bei dieser Pizza zeigten sich in den vergangenen Tagen erstaunlicherweise keine Ermüdungserscheinungen in puncto Magenvolumen oder Speiseplan-Diversität. Pizza kann man schließlich immer essen: Morgens, mittags, abends und nachts.

Trotz der Fülle an interessanten Rezepten blieb ich beim ersten Blättern instinktiv an diesem vielversprechenden Rezept hängen, das inzwischen die Eignungsprüfung mit Bravour gemeistert hat. Die Stiftung Cucinapiccina verleiht nach einer eingehenden Versuchsreihe (die Pizza gab es bereits drei Mal in nur einer Woche) hiermit das Prädikat „Besonders lecker“.

Getestet wurde auf Idiotensicherheit bei der Zubereitung, Nährstoffbilanz, Optik, Einsatzfähigkeit und nicht zuletzt Popularität. Vor allem letzere konnte mit dem Pizza-Härtetext eindeutig verifiziert werden. Ihr kennt das: Kalt, im Stehen, ohne Schnickschnack….

Einzig und allein der Gefriertest steht noch aus: Bei der dritten Backrunde war die Testküche personell unterbesetzt, so dass nun einige Stücke im Tiefkühler ihren Dornröschenschlaf schlummern.
Die nächste Heißhungerattacke kommt bestimmt.

Für den ersten Testlauf sucht man sich am besten einen faulen Sonntagnachmittag oder terminfreien Abend, denn Hektik verträgt der Teig nur bedingt. Noch besser ist die termingerechte Zubereitung für ein TTD (Tatort-TV-Dinner), bei der der Teig so gegen 18 Uhr angesetzt werden sollte.

Statt Weizenmehl habe ich Dinkelmehl verwendet und natürlich hat keiner das kleine Gesundheitsplus gemerkt. Da es allen Testpersonen – selbst den männlichen Probanden –außerordentlich gut schmeckte, werde ich das auch in  Zukunft so handhaben.

Wichtig sind eine ordentliche Auswahl an farbenfrohen, aromatischen Pflaumen, frischer Rosmarin und ein guter Mozzarella, wobei hier der gute alte fior di latte (also der Mozzarella aus Kuhmilch) sogar einen Ticken besser funktioniert als der weichere, aber auch mehr Wasser enthaltende Bufala. Statt Parmaschinken kann man die Fladen natürlich auch Serranoschinken belegen …
…. aber Parmaschinken schmilzt einfach so wunderbar auf der Pizza – seufz!

Und dann heißt es: Glotze an, Füße hoch – auf die Pizza, fertig los.

Pflaumenfladen mit Rosmarin und Parmaschinken

Zutaten

  • 15 g frische Hefe
  • Salz
  • 1 EL Olivenöl
  • 450-500 g Weizenmehl (oder Dinkelmehl) (ich habe die Mehlmenge allerdings erhöhen müssen)
  • ca. 50 g feines Polentamehl
  • 8 EL Pflaumenkonfitüre
  • verschiedene Pflaumen
  • frischer Rosmarin vom Zweig
  • 2 Kugeln Mozzarella
  • Salz, Pfeffer
  • 100 g Parmaschinken

Zubereitung

1. Die Pflaumen waschen, halbieren und entkernen. Kleine Pflaumen halbiert lassen, größere in Spalten oder Ringe schneiden.

2. Die Hefe in 500 ml Wasser auflösen, je 1 EL Salz und Öl dazugeben, gut vermischen. Hefegemisch in eine große Schüssel gießen, etwas von dem Mehl dazugeben und alles mit einem Schneebesen rasch zu einem glatten Brei verrühren – ergibt eine noch flüssige Mehlmasse. Jetzt nach und nach den Rest des Mehls dazugeben und den Teig mit den Knethaken des Rührgeräts oder der Küchenmaschine kneten, bis er elastisch und gut zu bearbeiten ist. Ich musste die Mehlmenge etwas erhöhen, da der Teig mit 500 g Mehl immer noch zu flüssig war. Er sollte sich leicht von den Knethaken bzw. der Hand lösen, aber immer noch etwas feucht sein.

3. Den Teig auf einem Brett nochmals kurz durchkneten, in vier Portionen teilen und daraus vier Kugeln formen. Unter einem feuchten Geschirrtuch etwa 1 Stunde gehen lassen.

4. Eine gute Viertelstunde vor dem Backen den Backofen auf 250 ° C vorheizen. Vier Backbleche (wenn man so viele hat) mit Backpapier auslegen und mit Polentamehl bestreuen. Je eine Teigkugel nehmen, darin wälzen und mit dem Nudelholz zu einer runden Pizza ausrollen (nicht zu dünn, aber auch nicht zu dick, denn die Pizzas gehen richtig schön auf). Die Pflaumenkonfitüre mit einem Löffel aufstreichen, dann Pflaumen und Rosmarinnadeln über dem Teig verteilen. Nochmals 10-15 Minuten gehen lassen.

5. Die Pizzas in der Mitte des Ofens 10 Minuten backen. In der Zwischenzeit Mozzarella in Scheiben schneiden, die Pizzas damit belegen und nochmals 5 Minuten backen.

6. Zum Servieren nach Belieben etwas Salz und Pfeffer darüberstreuen, mit Parmaschinken belegen und dann … beherzt reinbeissen!

Zubereitungszeit: 45 Minuten (Vorsicht: plus (!!) 75 Minuten Gehzeit)

Ahhhhh, Ohhhhhh und Hmmm!: ★★★★★