Neulich, beim Scrollen durch meine Rezepteliste und das Blog, fiel mir auf, dass ich schon lange kein Fischgericht mehr gekocht bzw. gepostet habe. Was nicht daran liegt, dass ich keinen Fisch mag. Es ist nur so, dass selbst in Hamburg frischer Fisch nicht so ohne Weiteres zu bekommen ist. Für Hinweise und Insidertipps bin ich also sehr dankbar, aber kommt mir bitte nicht mit dem Fischmarkt. Zu früh, zu weit weg, keine Zeit. Ich brauche eine unkomplizierte Anlaufstelle.


Wie den Fischstand auf meinem Wochenmarkt, dessen Namen ich hier leider nicht angeben kann, weil er keinen hat. Zumindest stand nichts auf dem Wagen und auch auf Nachfrage war dieser nicht herauszufinden. Dafür pries mir der geheimniskrämerische Fischverkäufer etwas an, das ich noch nicht kannte, also nicht gegessen hatte: Seeteufelbäckchen. In der Vitrine sahen sie aus wie eine Kreuzung aus Jakobsmuscheln und Sepia, ich hatte keine Ahnung, ob ich der Bäckchen Herr(in) werden würde, aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Und wollte ich nicht Fisch?

Die Unentschlossenheit muss mir im Gesicht gestanden haben, denn der gute Mann hub an, Überzeugungsarbeit zu leisten. Er erklärte mir, wie so ein Seeteufel aussieht (wusste ich schon), wo die Bäckchen liegen (wusste ich ebenfalls, nachdem ich mir das schon mal ganz genau bei Claudia von FoolforFood angesehen hatte) und wie man sie am Besten zubereitet (was ich definitiv noch NICHT wusste). Außerdem wurde ich belehrt, dass es sich bei Seeteufel um einen Fisch mittleren Fettgehalts und keinen ganz mageren handle, was ich mir  “aber ohnehin leisten”  könnne. (O-Ton Fischhändler).
Also gut, gekauft! ;-)

Eine gute Wahl, wie sich später in der Küche herausstellte. Was im obigen Foto noch so glibbrig aussieht, ergab später ein sehr zartes, bissfestes Fischfleisch.

Die Seeteufelbäckchen wurden erst in etwas Reismehl – vermischt mit Salz und Pfeffer – gewendet,


(Reismehl hat gegenüber herkömmlichem Mehl den Vorteil, dass die Schicht nicht so dick wird und das Panierte später nicht so verklebt)


und dann in einer Pfanne bei mittlerer Hitze in etwas Öl gebraten. Da ich ja noch nie Seeteufelbäckchen zubereitet hatte, war ich etwas unsicher bei der Zeit, aber ich schätze, die Dinger waren gute 3-4 Minuten von jeder Seite drin.
Das war perfekt, zumindest nach meinem Ermessen. (Natürlich kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen, dass Seeteufelbäckchen genau so und nicht anders schmecken müssen, aber sie waren durch.)

Dazu gab es ein leichtes Pfifferlingsgemüse mit roten Zwiebeln und Cocktailtomaten (hm, kommt euch das bekannt vor?), das aufgrund der erdrückenden 32 °C – auch noch um 22.30 Uhr –  lauwarm gegessen wurde.

Gerade weil es aber schon so spät war, wurden natürlich die Fotos vom eigentlichen Gericht nix mehr.
Egal.

Bleibt noch zu erwähnen, dass mich das Ganze wirklich ‘n Appel und ein Ei gekostet hat. Spezialpreis, ihr versteht?

Rezept:

Zutaten:
pro Person 3-4 Seeteufelbäckchen
etwas Reismehl
Salz, Pfeffer
1 rote Zwiebel
zwei Hand voll Pfifferlinge
eine Hand voll Cocktailtomaten
1 Schluck Weißwein
etwas kleingehackter Basilikum

Zubereitung:

Die Seeteufelbäckchen in der Reismehl-Salz-Pfeffer-Mischung (nicht zu gleichen Teilen, versteht sich!) wenden und in etwas Öl in einer heißen Pfanne von beiden Seiten braten, bis sie goldbraun sind. Das dauert ca. 3-4 Minuten von jeder Seite.

Währenddessen eine in Spalten geschnittene rote Zwiebeln in ein wenig Öl anbraten, die Pfifferlinge dazu geben und ca. 5 Minuten unter Rühren mitbraten. Ein paar halbierte Cocktailtomaten dazu geben, kurz mitbraten und das Gemüse mit einem Schluck Weißwein ablöschen. Salzen, pfeffern, mit Basilikum bestreuen. Wer mag, ist das Pfifferlingsgemüse heiß, ich fand es auch lauwarm köstlich.