Es nieselt feucht. Und es feuchtelt mies. Heute morgen war selbst mit hochgeklappter Mönchskapuze der grau-trüben Nebelsuppe nicht beizukommen, obwohl mir der Schal bis zu den Ohren stand. Demnächst muss ich wohl meine Skibrille rauskramen, wenn ich trockenen Auges im Büro ankommen will.

Überhaupt bleibt bei mir mal wieder kein Auge trocken. Und wie immer, wenn ich ungeordnet bin und nicht weiß, wohin mit mir, fange ich an, Kochbücher zu wälzen und stundenlang in der Küche zu stehen. Erst mit einem Messer in der Hand, ein paar richtig guten Songs im Ohr und einem in schlaflosen Stunden zusammengestellten Menü-Plan neben der Arbeitsplatte kann ich so richtig abschalten und zu mir finden.

Wobei der psychologische Aspekt beim Kräuter hacken sicherlich keine ganz unwesentliche Rolle spielt.

Seltsamerweise kommen in solchen Gemütszuständen oft die besten Kreationen zustande. Vielleicht ist das bei (Hobby-) Köchen ähnlich wie bei Musikern? Na gut, die Bohnencremesuppe mit Kräuterseitlingen und Maronen hat wahrscheinlich nicht das Potential zum Number-One-Hit, aber immerhin ist sie kein One-Hit-Wonder. An nasskalten Novemberabenden gekocht, wärmt sie Bauch, Seele … und den Suppenteller.

Und das perfekte Essen gegen Nieselregennase ist sie außerdem!

Weiße Bohnengewürzcreme mit Kräuterseitlingen, Maronen und Kerbel

Zutaten für 4 Portionen

  • 350 g getrocknete weiße Bohnen
  • 2-3 Knoblauchzehen
    2 Schalotten
  • 2 El Olivenöl
    Gewürzmischung aus:
    1 Prise Chili
    1/2 TL schwarzer Pfeffer
    1 TL Kreuzkümmel
    1 TL Korianderkörner
    1/2 TL Fenchelsamen
    1/2 TL Kardamomsaat
    1/2 TL Fleur de Sel
  • ca. 1 ¼ l Hühnerbrühe
  • 1/2 Becher Crème fraîche
  • Salz, Pfeffer
    1-2 TL Zitronensaft
  • Für die Einlage:
    4 große Kräuterseitlinge
    2 TL Butter
    Salz, Pfeffer
    1 EL OLivenöl
    100 g geschälte Maronen (Vakuumpack)
    etwas frischer Kerbel

Zubereitung

1. Die Bohnen in kaltem Wasser einweichen, am nächsten Tag in ein Sieb abgießen. Knoblauch schälen und fein hacken, Schalotten ebenfalls.

2. Für die Gewürzmischung Kreuzkümmel, Koriander und Kardamomsaat in einer Pfanne ohne Öl anrösten. Zusammen mit den anderen Gewürzen und dem Salz in einem Mörser fein zerstoßen, bis man eine Art Gewürzpulver hat.

3. Öl in einem Topf erhitzen. Schalotten und Knoblauch darin andünsten. 2 TL der Gewürzmischung dazugeben und kurz mitdünsten, dann die abgetropften Bohnen dazugeben. Alles gut durchmischen, bis die Bohnen von der Gewürzmischung umhüllt sind, dann mit Brühe aufgießen. Bei kleiner Hitze ca. 45 Min. weich kochen.

4.  Die Suppe pürieren und durch ein Sieb passieren. Die Konsistenz sollte nicht flüssig, aber auch nicht breiig sein, sondern eher einer samtigen Creme gleichen (daher unbedingt durch ein Sieb streichen!). Mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft abschmecken, dann die Creme fraîche unterheben.

5. Kräuterseitlinge evtl. putzen (ist meist nicht notwendig) und längs in Scheiben schneiden. In etwas Butter von beiden Seiten ca. 4 Minuten goldbraun braten. Herausnehmen und beiseite stellen. Öl in der gleichen Pfanne erhitzen und die in kleine Stücke geschnitten Maronen ebenfalls knusprig braten. Auf Küchenkrepp antropfen lassen und beiseite stellen.

6. Bohnencreme kurz vor dem Servieren evtl. nochmal mit dem Pürierstab aufschäumen und auf Tellern verteilen. Mit etwas Kerbel bestreuen und zusammen mit den Kräuterseitlingen und den Maronenstücken servieren.

Tipp: Dazu passt ein leichter Blattsalat mit bunten Trauben und Zitronen-Senf-Dressing.

Zubereitungszeit: 30 Minuten (plus Kochzeit für die Bohnen)

Suppe satt!: ★★★★☆