Diese Pasta könnte zu meinem Leib- und Magengericht avancieren. Dabei wurde sie zwischen Tür, Angel und Küchenbau aus dem Ärmel geschüttelt, ich kann also diesmal auf kein Rezept verweisen. Le Rezeptionist, c’est moi.

Drin ist alles, was ich mag. Ach, was ich LIEBE. H. sagt, er lässt mir demnächst eine Frühlingszwiebelplantage anbauen, gefolgt vom privaten Zitronenhain. Und meiner Ma zufolge muss ich bei meinem “eklatant hohen Verbrauch an Pinienkernen”  sowieso einen Dukaten sch… Esel gepachtet haben. Ich bin geradezu besessen von Pinienkernen. Wenn ich keine im Haus habe, fange ich zu zittern an. Wirklich wahr. Naja, fast.

Weil mein Verbrauch mit den Jahren tatsächlich etwas hoch geworden ist, habe ich sogar schon versucht, günstig Pinienzapfen aufzukaufen. En gros. Das Herausschlagen der “pinoli” war allerdings ein wenig aufwendig und auch nicht besonders erfolgreich, so dass ich ziemlich bald wieder zu den bewährten Bezugsquellen zurückgekehrt bin.

An Sauerampfer ist es ungleich schwerer heranzukommen. Ich mag seine fein säuerliche Note sehr gern in kräftigen Eintöpfen oder zu Huhn. Außerdem harmoniert das spinatähnliche Blattgemüse für mich perfekt mit Creme fraîche – noch so eine Amour fou! Fein geschnitten passt der Ampfer aber auch gut auf ein frisches Butterbrot. Hmmmmmm!!

Auch dafür würde es sich vielleicht lohnen, in ein Schrebergärtchen mit Mini-Acker zu investieren. Dann könnte ich auch gleich noch ein paar Himbeersträucher anpflanzen und vielleicht noch etwas Spargel und Kopfsalat und Zuckerschoten und später kaufe ich ein angrenzendes Waldstück, in dem die Steinpilze wie wild aus dem Boden schießen.

Die Frage ist nur, ob sich die Investition am Ende des Jahres tatsächlich amortisiert hätte. Eines ist sicher: Auch so treiben mich meine Leidenschaften irgendwann noch in den Ruin.

Tagliatelle verde mit Shitakepilzen, Frühlingsgemüse und Sauerampfer

Zutaten

  • 250 g Tagliatelle verde (wenn möglich selbstgemacht *lach* oder aus dem Kühlregal)
    1 Knoblauchzehe
    3 Frühlingszwiebeln
    1 rote Zwiebel
    60 g Zuckerschoten
    60 g grüne Bohnen
    1 Hand voll Shiitakepilze
    1 Bund Sauerampfer (oder ein kleines Töpfchen)
    1 Hand voll Pinienkerne (die Guten!!)
    abgeriebene Schale von einer Bio-Ztirone
    2 EL Walnussöl
    1 Schluck Weißwein
    1 Becher Creme fraîche oder légère

Zubereitung

1. Vorarbeiten: Bohnen und Zuckerschoten putzen, von den Bohnen die Enden abknipsen, eventuell in (nicht zu kleine) Stücke schneiden. Frühlingszwiebeln putzen und in feine Ringe schneiden. Rote Zwiebel in feine Spalten schneiden. Shiitakepilze vorsichtig putzen (mit einem Bürstchen oder Krepppapier), unteres Drittel der Stiele abschneiden. Knoblauchzehe fein hacken. Pinienkerne in einer Pfanne ohne Fett rösten. Sauerampfer waschen, trocken schütteln und die Blätter in feine Streifen schneiden.

2. Die Bohnen und die Zuckerschoten ganz kurz (für da. 2 Minuten) in sprudelnd kochendes Wasser geben, abgießen und kalt abschrecken. Die Tagliatelle nach Packungsanweisung kochen. Abgießen und beiseite stellen, dabei einen Teil des Kochwassers auffangen.

3. In einer Pfanne 1 EL Walnussöl erhitzen. Den Knoblauch und die rote Zwiebel kurz anschwitzen, dann die Shiitakepilze hinzugeben. Unter Rühren ca. 4 Minuten braten, bis sie ihr fein-nussiges Aroma entfaltet haben. Bohnen und Zuckerschoten mit in die Pfanne geben und kurz miterhitzen. Alles mit dem Wein ablöschen und gut durchschwenken. Jetzt den Sauerampfer, die Zitronenschale und das restliche Walnussöl unter das Gemüse mischen, eventuell noch etwas von dem Pastawasser dazu. Dann die Tagliatelle unterheben und gut durchschwenken. Pfanne vom Herd ziehen, Creme fraîche unterheben und mit Salz und Pfeffer den letzten Schliff verpassen.

4. Mit Pinienkernen bestreuen, vielleicht noch etwas von dem fein geschnittenen Sauerampfer on top, und wer mag, reibt noch etwas Parmesan darüber. Fertig.

Zubereitungszeit: schnell!

Cucina rapida, die immer schmeckt: 4 Sterne: ★★★★☆